Öffnungszeiten:

März bis November

Montag bis Freitag: 7:00 - 12:00
und 13:00 bis 16:00 Uhr
Samstag: 9:00 - 12:00 Uhr

oder gegen Voranmeldung:
0676 / 49 02 295 bzw. 0664 / 16 24 167

Kompostanlage

Geschichte

Der Wienerwaldkompost ist eine landwirtschaftliche Kompostierungsgemeinschaft, welche 1992 durch die beiden Landwirte Dipl.Ing. Walter Deckardt und Ing. Bernhard Kienberger gegründet wurde. Anfänglich wurde auf einem 360m² großen Betonplatz kompostiert.

Heute ist die Anlage nach zwei Ausbaustufen rund 11000m² groß. Davon sind 1200m² überdacht und dienen zur Lagerung der Endprodukte. Seit dem Bau der Halle stieg der Verkauf stetig an und so wurde 2008 eine Brückenwaage errichtet.

Deckardt/ Kienberger sind gemeinsam mit fünf anderen Landwirten Vertragspartner des Abfallverbandes Tulln. Auf drei dezentralen Anlagen werden die biogenen Abfälle des Bezirkes Tulln und einiger angrenzenden Gemeinden verarbeitet.


Das Verfahren

Kompostierung (auch Rotte) bezeichnet den Teil des Nährstoffkreislaufs, bei dem organisches Material unter Einfluss von Luftsauerstoff (aerob) von Bodenlebewesen (heterotroph) abgebaut wird. Dabei werden neben Kohlendioxid auch wasserlösliche Mineralstoffe freigesetzt wie beispielsweise Nitrate, Ammoniumsalze, Phosphate, Kalium- und Magnesiumverbindungen, die als Dünger wirken. Ein Teil der bei diesem Abbau entstehenden Zwischenprodukte wird zu Humus umgewandelt.

Das Wort Kompost ist abgeleitet von lateinisch compositum, „das Zusammengestellte“ und bezeichnet sowohl die Sammelstätte (auch „Komposthaufen“ oder „Kompostmiete“) als auch das dort abgelegte Material und das durch die Verrottung erzeugte Produkt („fertiger Kompost“).

Entscheidend für die Produktion von hochwertigem Kompost sind einige Faktoren:

Die richtigen Ausgangsmaterialien:

Bevor der aktive Kompostierungsprozess beginnen kann, müssen die Ausgangsmaterialen ausgewogen gemischt werden. Dabei ist zu beachten, dass die Kompostmiete ausreichend Strukturmaterial, z.B: Strauchschnitt Stroh, enthält. Diese werden mit feineren Materialien wie z.B. Material aus der Biotonne gemischt. Die Miete muss über den richtigen Wassergehalt verfügen- nicht zu feucht und nicht zu trocken.

Damit die Mikroorganismen die organischen Stoffe verwerten/umwandeln können benötigen sie Sauerstoff. Deshalb muss die Kompostmiete regelmäßig umgesetzt (gewendet) werden. In den ersten Wochen bis zu zweimal in der Woche. Durch dieses Verfahren steigt die Temperatur in der Miete auf nahezu 70 Grad Celsius. Unerwünschte Unkrautsamen, Schneckeneier, aber auch Krankheitserreger sterben ab. (Hygienisierung)

Während des gesamten Prozesses wird Temperatur, Feuchte und der Sauerstoffanteil ständig kontrolliert.

Nach ca. 14 Wochen ist der Kompost fertig zum Absieben. Hier werden auch letzte Störstoffe entfernt. Danach wird der Kompost weitere 4- 8 Wochen gelagert um „nachzureifen“ und ist dann für Ihren Garten bereit!

Der wertvolle Kompost

Philosophie

Nachhaltig wirtschaften nach dem Vorbild der Natur

Boden in Zahlen:

Über 90% unserer Nahrungsmittelproduktion hängen unmittelbar vom Boden ab.

20 ha Boden verlieren in Österreich jeden Tag ganz oder teilweise ihre Funktion durch Versieglung, Erosion oder Verschmutzung. Diese Fläche steht dann künftig nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zu Verfügung

17% der landwirtschaftlichen Nutzfläche Europas sind bereits degradiert (verschlechtert), das entspricht 3x der Fläche Irlands.

2 Mrd. ha sind weltweit von Bodendegradation betroffen die vom Menschen verursacht wurde. Dies bedeutet eine direkte Bedrohung der Existenzgrundlage von mindestens 1,5 Mrd. Menschen.

1,3 ha braucht ein durchschnittlicher Europäer pro Jahr für die Produktion, der von ihm konsumierten Produkte (= 6x mehr Fläche, als einer Person in Bangladesch zur Verfügung steht.)

Fast 60% der für den europäischen Konsum genutzten Flächen liegen außerhalb der EU.

Statistisch gesehen stehen jedem Menschen 2000m² landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung. 1970 waren es noch mehr als 3200m². 2050 voraussichtlich nur noch 1500m², das bedeutet die globale landwirtschaftliche Produktion müsste 2050 um 60% höher sein als 2007 um 9 Mrd. Menschen zu ernähren.

12,3 Hektar tägliche Versiegelung in Österreich.

6% der Gesamtfläche Österreichs sind Bau-und Verkehrsfläche

2,3% der Gesamtfläche Österreichs sind bereits vollständig versiegelt. Das entspricht in etwa der Fläche des Nationalparks Hohe Tauern.